Alltagswissen an der Hauswirtschaftsschule lernen
Getreide – Basis unserer Ernährung verstehen und anwenden

57 Kilogramm Brot und Backwaren verzehrt jeder Haushalt in Deutschland durchschnittlich pro Jahr – doch nur wenige wissen, was sich hinter Mehltypen wie 405 oder 1050 verbirgt oder wie man ein echtes Vollkornbrot von gefärbtem Brot unterscheidet. An den Hauswirtschaftsschulen Schwabmünchen und Friedberg wird genau dieses Alltagswissen systematisch und praxisnah vermittelt. Im Unterrichtsfach Ernährung und Lebensmittel wird unter anderem das Thema Getreide eingehend beleuchtet – von Anbau und Verarbeitung bis zur ernährungsphysiologischen Bewertung. Ziel ist es, fundiertes Wissen mit konkreten Handlungskompetenzen zu verbinden.

Vom Getreidekorn bis zur nachhaltigen Speiseplanung

Im sogenannten „Getreidezirkel“ lernen die Studierenden die Unterschiede zwischen Weizen, Roggen, Hafer und Dinkel kennen. Sie analysieren den Aufbau des Getreidekorns, vergleichen Mehltypen und bewerten deren Einsatzmöglichkeiten in der Küche. „Im Gegensatz zu Weißmehl benötigt Vollkornmehl mehr Wasser und weniger Hefe. So bleibt der Teig saftig und übergärt nicht so leicht“, erklärt Lehrkraft Dr. Sigrid Scherzer.
Die verschiedenen Mehltypen (beim Weizenmehl beispielsweise Typ 405 oder 1050) spiegeln den Mineralstoffgehalt im Mehl wider. Je höher die Typenzahl, desto mehr Mineralstoffe sind enthalten, da hier mehr Randschichten des Korns mitvermahlen sind. Daher sind Mehle mit höheren Typenzahlen auch etwas dunkler und kräftiger im Geschmack, weshalb sie sich gut für herzhafte Backwaren eignen.
Echtes Vollkornbrot erkennt man z.B. anhand der Zutatenliste. Nur wo „Vollkorn“ draufsteht, ist auch mindestens 90% Vollkorn drin. Das muss bei anderen Bezeichnungen wie beispielsweise „Mehrkorn“ oder „Vitalbrot“ nicht der Fall sein und auch die Farbe kann täuschen, da dunkles Brot auch mit etwa Malz oder Zuckerkulör eingefärbt worden sein kann.

Ernährungskompetenz für Beruf und Alltag

„Getreide ist ein unverzichtbarer Energielieferant und liefert wichtige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe“, betont Schulleiterin Tanja Höck. „Unser Kurs vermittelt nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch praktische Kompetenzen für den Alltag und die professionelle Hauswirtschaft.“
Die Studierenden sind überwiegend Erwachsene, die sich beruflich qualifizieren oder ihre Alltags- und Ernährungskompetenzen vertiefen möchten. Neben Getreide stehen auch weitere Lebensmittelgruppen auf dem Lehrplan – darunter Speisefette und Öle, Kohlenhydrate sowie die altersgerechte Ernährung vom Säugling bis ins hohe Lebensalter. Im Praxisunterricht wird das Wissen direkt umgesetzt und auf Alltagstauglichkeit überprüft. Die Hauswirtschaftsschulen setzen damit ein klares Zeichen: Ernährung ist mehr als Theorie – sie ist Schlüsselkompetenz für nachhaltiges Handeln im privaten wie im beruflichen Umfeld.

Weiterbildung mit Perspektive
Mit dem neuen Teilzeitsemester, das im September 2026 in Schwabmünchen startet, bietet die Schule eine flexible Möglichkeit zur beruflichen Weiterqualifizierung neben dem Beruf. Interessierte finden weitere Informationen beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg oder direkt bei der Schulleitung, Tanja Höck. In Friedberg läuft der aktuelle Jahrgang noch. Sie können sich aber trotzdem schon für 2027 anmelden!

Ansprechpartnerin

Tanja Höck
AELF Augsburg
Johann-Niggl-Straße 7
86316 Friedberg
Telefon: 0821 43002-3211
Fax: 0821 43002 - 1111
E-Mail: poststelle@aelf-au.bayern.de