Warndienst Rapsschädlinge

Gelbschale zur Überwachung der Rapsschädlinge in einem Rapsfeld

Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten überwachen an einigen Standorten den Zuflug der Schädlinge im Winterraps. Der Warndienst kann die eigene Kontrolle nicht ersetzen, sondern nur eine grobe Orientierung sein.

Rapsglanzkäfer und Aktuelle Situation in Winterraps

Die Rapsbestände haben sich in den letzten Wochen trotz der kühlen Witterung gut entwickeln können. In Weit entwickelten Beständen sind nun die oberen Knospen eindeutig erkennbar und liegen offen (BBCH 51). Seit Ende letzter Woche sind nun auch die Tagestemperaturen deutlich angestiegen. Ab ca. 12°C beginnt der Zuflug von Rapsglanzkäfern. Mit dem Hauptzuflug der Glanzkäfer ist ab einer Temperatur von 15 – 16 °C zu rechnen.

Ab jetzt sollten die Rapsbestände einer regelmäßigen Kontrolle unterzogen werden. Um die aktuelle Situation im Blick zu behalten. Ein Besatz von 10 Käfer je Pflanze (Haupttrieb inkl. Seitentriebe) sind von gut entwickelten Pflanzen tolerierbar. Erst beim Überschreiten der Schadschwelle ist eine Insektizidbehandlung durchzuführen. Langjährige Versuchserfahrungen zeigten, dass Raps Schäden durch den Rapsglanzkäfer in hohem Maße tolerieren und kompensieren kann. Auch ist darauf zu achten, dass der Befall nicht an jedem Feld gleichermaßen auftritt. Eine Kontrolle aller Bestände ist vor einer Behandlungsentscheidung zwingend durchzuführen.

Im Falle der Schwellenüberschreitung ist eine Behandlung an einem windstillen, sonnigen und milden Nachmittag anzustreben. Unter diesen Bedingungen sind die Käfer in den oberen Knospen aktiv und können optimal getroffen werden.

Bekämpfungsempfehlung Rapsglanzkäfer:

Mospilan SG, Mavrik Vita und Evure (nur im Soloeinsatz B4 - bienenungefährlich) sind bei normalem Be-fallsdruck für einen guten Bekämpfungserfolg ausreichend. Diese Mittel wirken als Kontakt- und Fraßgift. Im Sinne der Resistenzvermeidung ist jeweils nur eine einmalige Anwendung vorzusehen. Ist bei einer geplanten Blütenspritzung auch ein Insektizid nötig, so ist Mavrik Vita oder Evure auf diesen Einsatz zu reservieren. Achten Sie unbedingt darauf, dass in Tankmischungen mit Azolen die Bienengefährlichkeitseinstufung wechseln kann. Die Anwendungsbestimmungen des jeweiligen Insektizids sind zwingend zu beachten. Achten Sie beim Einsatz von Mospilan SG darauf, dass das Präparat bis max. bis BBCH 59 (Blüten noch geschlossen) eingesetzt werden darf. Der Einsatz der Mittel gegen Rapsglanzkäfer sollte grundsätzlich streng abgewogen werden. In den letzten Jahren hat der Befall deutlich abgenommen und die Schadschwelle von 10 Käfer je Hauptknospenstand nur sehr selten erreicht. Ist ein Einsatz eines Insektizids gegen Rapsglanzkäfer nötig, so sollte dieser nur bei warmer Witterung erfolgen (ab 12 Grad), wenn die Käfer in den Knospen aktiv sind und direkt getroffen werden. Führen Sie Behandlungen in die Blüte ausschließlich am Abend nach dem Bienenflug durch. Die Wirkungsdauer der Mittel beträgt maximal eine Woche. Im Falle einer Behandlung ist es demnach wichtig, den Hauptzuflug abzuwarten. Wichtig ist eine gute Benetzung mit entsprechender Düse, Druck und ausreichender Wassermenge (mind. 300 l/ha).

Zugelassene PSM zur Bekämpfung von Rapsschädlingen 2026
PräparatWirkstoffe g / kg bzw. lGewässer- abstand in m 4)Notwendiger Abstand + Abdrift-minderung bei Saum- biotopenBienen- schutz- auflage Indi- kation (ml bzw. g/ha) Stängel- rüssler Indi- kation (ml bzw. g/ha) Raps- glanz- käfer Indi- kation (ml bzw. g/ha) Kohl- schoten- rüssler Indi- kation (ml bzw. g/ha) Kohl- schoten- mücke Indi- kation (ml bzw. g/ha) Erdfloh Max Anwen- dung
Pyrethroide Klasse 2
Decis forte100 Deltamethrin- (-/20/10)90 %B 2501 x
Decis forte100 Deltamethrin- (-/-/15)90 %B 27575751 x
Karate Zeon 100 lambda-Cyhalothrin- (10/5/5)5 m + 75 %B 4 2)757575752 x
Sumicidin Alpha EC50 Esfenvalverat- (20/10/5)
20 m bew.1)
90 %B22502502502x
Kaiso Sorbie 50 lambda-Cyhalothrin 20 (10/5/5)5 m + 75 %B 4 2)1501501501501 x
Pyrethroide Klasse 1
Trebon 30 EC287,5 Etofenprox - (-/-/10)
(10 m bew.)1)
50 %B 22002002 x
Mavrik Vita, Evure 240 tau-Fluvalinat 15 (10/5/5)50 %B 4 2)2002002001 x
Neonicotinoide
Mospilan SG 5), Danjiri 5)200 Acetamiprid 5 (*/*/*)75 %B 4 3)2001 x
Carnadine 200200 Acetamiprid-(-/15/5)90 % B 2 3)2501x

Erläuterung:
1) > 2 % Hangneigung zu Gewässern, bew. Randstreifen von 5 bzw. 10 m notwendig (Ausnahmen Mulch- und Direktsaat)
2) in Mischung mit Azolen aus der Gruppe der Ergostyrol-Biosynthese-Hemmer als B2 eingestuft (Ausnahme: Proline)
3) in Mischung mit Azolen aus der Gruppe der Ergostyrol-Biosynthese-Hemmer als B1 eingestuft (Ausnahme: Proline)
4) mit „*“ gekennzeichnet: länderspezifischen Gewässerabstand beachten!
5) Das Mittel wird als schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten eingestuft, Einsatz nur bis BBCH 59!

Im Frühjahr: Stängelschädlinge (Stand: 17. März 2026)

Zuflüge von überwiegend gefleckten Kohltriebrüsslern in den Gelbschalen!

Mit den gestiegenen Temperaturen ist auch das Monitoring des Sachgebiets 2.3 P am AELF Augsburg gestartet. Bereits am ersten warmen Wochenende sind erste teils sehr hohe Fangzahlen ermittelt worden, die überaus deutlich Bekämpfungsschwelle gerissen haben. Die Fangzahlen dieses warmen Wochenendes deuten darauf hin, dass flächendeckend an den warmen Tagen von Donnerstag bis Samstag der Hauptzuflug der Stängelschädlinge erfolgt ist. Einzelflächen, vor allem im nördlichen Dienstgebiet sind noch knapp unter halb der Bekämpfungsschwellen.

Bislang wurden überwiegend gefleckte Kohltriebrüssler (KTR) in den Gelbschalen bonitiert worden. In diesen Fällen kann der zweiwöchige Reifungsfraß bis zur Eiablage abgewartet werden. Konkret bedeutet dies, dass im Fall gefangener Kohltriebrüsslers die die Bekämpfung in vielen Regionen bis zum 11. oder 12. März zu erfolgen hat.

Ist der Große Rapsstängelrüssler (GSR) in den Gelbschalen zu finden, muss jedoch die Bekämpfung innerhalb weniger Tage erfolgen. Dies beläuft sich lediglich auf Einzelflächen. Des Weiteren war die Befahrbarkeit der Felder bislang nur schwer bis gar nicht möglich.
Beachten Sie aber zwingend beim KTR wie auch beim GSR die Bekämpfungsschwelle von 10-15 gefangener Käfer innerhalb von 3 Tagen in den Gelbschalen.

Behandelt werden kann nach erfolgter Schwellenüberschreitung mit Pyrethroiden Typ II (z.B. Karate Zeon, Kaiso Sorbie). Sind bereits zusätzlich zu den Stängelschädlingen mehrere Rapsglanzkäfer in der Gelbschale zu finden, sollte die Behandlung mit Trebon 30 EC erfolgen.

Bei Bedarf ist Bor zu ergänzen. Beachten Sie wie immer den Bienenschutz.
Gelbschalenfänge 2026 (Rüsslerkäfer) in Schwaben und Oberbayern West
StandortLKRFalle aufgestellt am26.02.27.02.02.03.04./ 05.03.07.03.08./ 09.03.10./ 12.03.16.03.
FeigenhofenA25.02.> 300 KTR26 KTR15 KTR/2 BMZR/25 RGK
GessertshausenA26.2.80 KTR7 KTR
Göggingen 1A25.02.120 KTR/10 RGK
Göggingen 2A25.02.150 KTR/5 GRS/2 RGK
HochfeldA26.02.400 KTR/3 RGK
KönigsbrunnA26.02.350 KTR/25 RGK
OberwittelsbachAIC26.02.350 KTR087 KTR
BliensbachDLG25.02.> 400 KTRSchale gestohlen
FünfstettenDON26.02.7 KTR/5 Erdfloh/2 RGK
Heuberg (Ries)DON26.02.34 KTR/10 RGK
HürnheimDON26.02.220 KTR/3 GSR/100 RGK
NähermemmingenDON24.02.40 KTR 2 KTR / 1 GSR/2 RGK7 KTR/1 GSR/2 RGK1 KTR/6 GSR/5 BMZR/> 150 RGK
BerghausenEI26.02.200 KTR/1 BMZR/19 RGK6 Erdfloh/5 GSR/240 KTR/24 BMZR/46 RGK2 Erdfloh/47 KTR/76 RGK
HexenaggerEI26.02.34 KTR/5 RGK3 KTR/2 BMZR/5 RGK4 KTR/2 BMZR/132 RGK
LobsingEI26.02.55 KTR/1 BMZR1 Erdfloh/3 GSR/29 KTR/
2 BMZR/15 RGK
12 Erdfloh/33 KTR/5 BMZR/
ca. 400 RGK"
Großmehring-1-KStr.EI26.02.Schale in Hecke geworfen8 Erdfloh/11 KTR/10 RGK3 Erdfloh/5 KTR/6 BMZR/6 RGK
Großmehring-AuEI26.02.1 Erdfloh/220 KTR20 Erdfloh/2 GSR/40 KTR/2 RGK0
PirkenbrunnEI26.02.22 KTR3 GSR/20 KTR/3 BMZR/3 RGK28 KTR/6 BMZR/21 RGK
Pondorf EI26.02.1 Erdfloh/81 KTR/1BMZR/13 RGK3 Erdfloh/1 GSR/94 KTR/
13 BMZR/17 RGK
1 Erdfloh/91 KTR/10 BMZR/
52 RGK"
TheißingEI26.02.9 KTR/1 RGK7 KTR/ 2 RGK5 KTR/1 BMZR/6 RGK
LindachFFB27.02.13 KTR/5 RGK
SulzemoosDAH27.02.6 KTR/2 RGK
WinterbachGZ24.02.> 400 KTR67 KTR, 62 RGK
Pettenhofen IN24.02.150 KTR/5 GRS/5 RGK6 KTR, 15 GSR, 110 RGK
BurgheimND24.02.4 KTR/
5Erdfloh
3 KTR / 11 Erdfloh
AttenhofenNU25.02.47 KTR / 10 GSR10 KTR
Waidhofen 1PAF26.02.40 KTR
Waidhofen 2PAF26.02.150 KTR
PfaffenhofenPAF26.02.120 KTR/30 GSR

KTR: gefl. Kohltriebrüssler
GSR: großer Stängelrüssler
BMZR: blauer Mauszahnrüssler
RGK: Rapsglanzkäfer

Hinweise zur Bestimmung der Käfer, zur Behandlung und zum Mitteleinsatz von der LfL

Im Herbst: Erdfloh und schwarzer Kohltriebrüssler (21.10.2025)

Rapserdfloh
Die Schadschwelle ist ab 50 (lückiger Bestand) bis zu 100 (guter Bestand) erreicht.
Bestände sind mittels einer Gelbschale auf Rapserdfloh zu kontrollieren. Diese sollte zu ca. 2/3 in den Boden eingegraben werden und zur Hälfte mit Wasser (mit einem Tropfen Spülmittel versetzt) gefüllt werden. Achten Sie darauf, dass ein Gitter die Gelbschale ordentlich abschließt, damit keine Bestäuberinsekten, wie Bienen oder Hummeln mit gefangen werden.

Der Rapserdfloh tritt nach ersten Gelbschalenfängen in diesem Jahr etwas stärker auf, es wurden regional sehr unterschiedlich im Durchschnitt Fangzahlen von 10 bis 90 Exemplaren pro Gelbschale innerhalb einer Woche festgestellt. Kontrollieren Sie daher ihre Schläge mittels Gelbschalen auf die Schadschwelle von 50 (schlechter/lückiger Bestand) bis zu 100 (gut entwickelter Raps), bzw. Lochfraß über 10 % Blattverlust. Gerade im Keimblattstadium bis zum ersten Laubblatt sind die Bestände empfindlich, danach wird das Risiko einer direkten Fraßschädigung deutlich geringer, allerdings gilt es den Hauptschaden über die Eiablage weiterhin zu unterbinden. Wenn nötig erfolgt die Bekämpfung über Pyrethriode wie z.B. Kaiso Sorbie oder Karate Zeon. Bedenken Sie, dass jede unnötige Behandlung unter der Schadschwelle das Resistenzrisiko dieser ohnehin sehr gefährdeten Wirkstoffklasse verschärft. Aus resistenztechnischer Sicht wäre bei Notwendigkeit einer zweimaligen Behandlung im Herbst ein Wirkstoffwechsel zu Minecto Gold oder Exirel (Wirkstoff: Cyantraniliprole) ab BBCH 14 (Notfallgenehmigung nach Art. 53) möglich und sinnvoll.

schwarzer Kohltriebrüssler

Vereinzelt wird in Gelbschalen auch der schwarze Kohltriebrüssler gefangen. Dieser Käfer tritt in der Regel später auf und legt vor Winter seine Eier ab. Zur Erfassung müssen daher die Gelbschalen bis in den November hinein auf der Fläche verbleiben. Die Folge sind Schädigungen des Vegetationskegels was zu einer starken Verzweigung der Pflanzen führt. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre ist ein Bekämpfungsrichtwert von etwa 10 Käfern/Gelbschale und Woche sinnvoll. Bedenken Sie, dass jede unnötige Behandlung unter der Schadschwelle das Resistenzrisiko dieser ohnehin sehr gefährdeten Wirkstoffklasse verschärft. Aus resistenztechnischer Sicht wäre bei Notwendigkeit einer zweimaligen Behandlung im Herbst ein Wirkstoffwechsel zu Minecto Gold oder Exirel (Wirkstoff: Cyantraniliprole) ab BBCH 14 (Notfallgenehmigung nach Art. 53) möglich und sinnvoll.

LkrOrtFalle aufgestellt am09.09.15.09.16.09.18.09.21.09.23.09.26.09.01.10.06.10.13.10.15.10.21.10.Gesamt
AFeigen-
hofen
15.09.114217
AWollis-
hausen
17.09.2114044295
AICOber-
wittels-
bach
18.09.3570105105
FFBLindach12.09.81624
DAHWiedenz-
hausen
12.09.252550
DLGBliens-
bach
15.09.17142253
NDBurg-
heim
11.09.21121438
DONNäher-
mem-
mingen
11.09.3531324
DONHeuberg04.09.61316427411198
EIBerg-
hausen
04.09.482815121104
EIHexen-
agger
04.09.892076287232317
EILobsing04.09.08217272781
EIPförring04.09.2121
EIPirken-
brunn
04.09.2198299565227
EIPondorf04.09.562445522161
EIGroß-
mehring
04.09.24205498
EITheißing04.09.138452229180
GZWinter-
bach
12.09.78649731028136
INPetten-
hofen
27.08.95065443453262115317
DONWaller-
stein
04.09.01513231041102
NDWaid-
hofen
18.09.135135