Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise
Amtlicher Warndienstaufruf zur Bekämpfung der Glasflügelzikaden als Bakterienvektoren
Amtliches Monitoring zur Schilfglasflügelzikade des AELF Augsburg
Liste der Sammelstellen mit Rücknahmeterminen in Schwaben und Oberbayern Nord-West
Aktuelle Krankheitssituation in Sommergerste, Winterweizen und Dinkel (Stand: 27.05.2026)
Unter allen Getreidearten leidet die Sommergerste aktuell am stärksten unter der Trockenheit und Hitze. Teils dünnen die Bestände bereits deutlich aus, haben sich gegenüber der Vorwoche, fast schon Richtung Notreife, rasant weiterentwickelt. Kaum kniehohe Pflanzen stehen vielerorts mit steilen Blättern kurz vor dem Ährenschieben (BBCH 49). Auch in späteren Lagen, bei Saatterminen Ende März, ist der Blattapparat mittlerweile vollständig ausgebildet. Damit ist bayernweit das Entwicklungsstadium für eine mögliche abschließende Fungizidmaßnahme erreicht. Die Proben von dieser Woche weisen weiterhin nur sehr geringen Befall mit „klassischen“ Gerstenkrankheiten auf. Mehltau, Rhynchosporium und Zwergrost lassen sich kaum finden. Erst mit neuem Regen drohen allerdings auch hier seit längerem wieder Neuinfektionen. Für alle Sommergersten, auch solche die aktuell keine Schwellenüberschreitung zeigen, wird, spätestens zum Ende des Ährenschiebens (BBCH 59), eine gezielte Fungizidbehandlung gegen die Ramularia-Sprenkelkrankheit empfohlen. In der Mehrzahl der Jahre und Standorte, das zeigen die amtlichen Versuche, ist eine solche Maßnahme hochrentabel. Gegen Ramularia sollten dazu 750 g des Kontaktwirkstoffes Folpet eingesetzt werden, enthalten zum Beispiel in Folpan 500 SC, Nafabo oder Amistar Max. Zu 1,5 l Folpan 500 SC, Nafabo oder Amistar Max eigenen sich als breitwirksame Partner zum Beispiel Ascra Xpro, Balaya, Elatus Era, Jordi, Revytrex, sowie der Avastel-Pack (Pioli + Soratel). Die bei Wintergerste üblichen Regelaufwandmengen der Partner lassen sich um etwa 20 Prozent verringern. Bei reduzierter Wirkung sind auch Kombinationen von Folpet mit Azolpräparaten wie Navura, Verben oder 200 g Prothioconazol über eines der zahlreichen Prothioconazol-Solomittel möglich. Bei etwas geringerer und unsicherer Wirkung, aber günstigeren Gewässerabstandsauflagen, lässt sich Folpet auch durch gut formulierten Schwefel, wie zum Beispiel 4,0 l Thiopron ersetzen (Aufwandmengen jeweils je ha).
| LKR | Standort | Sorte | EC - Stadium | Mehltau | Rynchosporium | Netzflecken | Zwergrost |
| A | Untermeitingen | LG Caruso | 49 | - | - | - | - |
| DAH | Erdweg | Amidala | 49 | - | - | - | - |
| EI | Seuversholz | LG Caruso | 49 | - | - | - | O |
| LL | Landsberg | Amidala | 49 | - | - | - | - |
( ) Bekämpfungszeitraum nicht erreicht
- Kein Befall
O Befall unter der Bekämpfungsschwelle
++ Bekämpfungsschwelle überschritten
Die Mehrzahl der Winterweizen steht am Anfang bis Mitte des Ährenschiebens (BBCH 51-55). Begünstigt durch die Wärme werden hier frühe Bestände bereits am Wochenende mit den ersten sichtbaren Staubbeuteln den Beginn der Blüte erreichen (BBCH 61). Für spätere Lagen und Sorten, wo am Dienstag die Ähren erst die Fahnenblattscheide öffneten (BBCH 47), wird dies im Laufe der kommenden Woche erreicht sein. Unter den Blattkrankheiten war in der gesamten Saison bislang einzig Septoria tritici von Bedeutung. Insgesamt hat sich die Infektionslage wieder deutlich entspannt, da mit dieser Woche das für die Schwellenüberschreitung relevante Blatt um eine Etage auf F-3 nach oben gerutscht ist. Dadurch ergibt sich der Rückgang bei den Schwellenüberschreitungen im Vergleich zur Vorwoche. Die Schwelle ist erreicht, wenn vier von zehn Pflanzen Septoriaflecken aufweisen. Ab BBCH 47 wird dazu das Blatt F-3, also das viertoberste kontrolliert. Unter den Proben von dieser Woche erreichten lediglich die Standorte Untermeitingen (LG Otimist) und Buxheim (RGT Konzert) diese Schwelle. Ohne neuen Regen droht selbst hier keine Gefahr, zumal teils stärkerer Ausgangsbefall auf der Blattetage F-4 durch die Trockenheit mittlerweile vielerorts vertrocknet ist. Mehltau bleibt weiter unbedeutend, ebenso Gelbrost. Gegen Ende der Saison ist dagegen erfahrungsgemäß stärker auf den wärmeliebenden Braunrost zu achten, dies insbesondere bei nur mittel oder schwächer resistenten Weizensorten, wie Adrenalin, Akzent, Foxx, KWS Donovan, KWS Mintum, LG Charakter, LG Kermit, Patras oder Spontan. Bei Dinkel sind vor allem Albertino, Alrese oder Badensonne stärker anfällig. Zumindest überall dort, wo sich auch zuletzt in den Beständen am Morgen noch Taunässe bildete, waren Neuinfektionen grundsätzlich möglich. Kontrollen sollten bis zum Ende der Blüte erfolgen, die Schwelle ist erreicht sobald drei von zehn Haupttrieben erste Pustel aufweisen.
Unabhängig vom Krankheitsgeschehen auf den Blättern rückt ab Beginn der Blüte das mögliche Risiko einer Fusariuminfektion in den Fokus. Ein erhöhtes Risiko besteht dort, wo Ernterückstände, vor allem von Mais, auf der Bodenoberfläche liegen und gleichzeitig fusariumanfälligere Sorten, wie Adrenalin, Chevignon, Emmerto, Informer, KWS Donovan, KWS Friese, KWS Keitum, LG Character, LG Kermit oder SU Magnetron angebaut werden. Dort wo zuletzt keine Taufeuchte mehr in den Beständen auftrat, ist jedoch zunächst neuer Regen nötig, um die Fusariumpilze auf den trockenen Ernterückstanden am Boden zu aktivieren. Nachfolgend genügen dann allerdings kurze Regenschauer, ab zwei bis vier mm, um die flugfähigen Fusariumsporen in die Ährchen einzuwaschen. Die anhaltend hohen Temperaturen steigern dabei das Infektionsrisiko zusätzlich. Während manch früher Triticalebestand den kritischen Infektionszeitraum mit dem Ende der Blüte (BBCH 69) möglicherweise noch vor den ersten Niederschlägen verlässt, könnte für viele Weizenbestände Regen zur Blüte heuer wieder häufiger zutreffen.
Dort wo bislang noch nicht behandelt wurde oder eine Maßnahme weiter als zwei Wochen zurückliegt, sollte mit dem neuen Regen, bei Schwellenüberschreitung oder zur Absicherung eines schlagspezifischen Fusariumrisikos, eine gezielte Ährenbehandlung erfolgen.
genügen ab Mitte Ährenschieben (BBCH 55) etwa 70 bis 80 Prozent der Regelaufwandmengen breitwirksamer Carboxamid/ Picolinamid-Azol-Präparate oder -Mischungen, wie Ascra Xpro, Elatus Era, der Avastel-Pack (Pioli + Soratel), Revytrex, Univoq oder Vastimo. Im Revytrex-Comet-Pack verbessert der Strobilurinpartner die Dauerwirkung gegen Roste. Bei erhöhtem Braunrostrisiko wird auch zu Univoq eine Strobilurinergänzung empfohlen. Ohne Septoria-Befall genügen zur Rostabsicherung auch einfachere Azol-Strobilurin-Kombinationen, etwa auf Basis günstiger Tebuconazol- und Azoxystrobin-Präparate.
sollte eine Behandlung gezielt zu einem Regen ab Blühbeginn (BBCH 61) erfolgen. Dazu empfehlen sich leistungsfähige Azole in Regelaufwandmenge, wie Prosaro (oder Horizon Pro), Input Classic (oder Cherokee Neo, Flexure, Hint), Navura, Sirena EC + Protendo Forte oder Verben. Bei moderatem Fusariumrisiko eignen sich auch Soleil, Maganic, Magnello oder Prothioconazol-Solomitteln, wie Aurelia, Joust, Tokyo oder Traciafin, sowie Tebuconazol-Solomitteln, wie Folicur, Horizon, Orius oder Tebucur 250 EW. Wo bisher noch kein Carboxamid eingesetzt wurde können breitwirksam gegen Fusarium auch Elatus Era (+ Sympara) oder Skyway Xpro eingesetzt werden, sowie, unabhängig von Carboxamiden in der Vorbehandlung, auch Univoq.
Wo kein Fusariumrisiko besteht, Blattkrankheiten weiterhin nur unterschwellig auftreten, besteht auch aktuell keine Notwenigkeit einer Maßnahme. Hier genügen weitere Kontrollen und eine letztmalige Entscheidung Mitte/Ende der Blüte (BBCH 65/69). Sollte erneut kaum Regen fallen, könnten, wie schon im Vorjahr, auch heuer einzelne Weizenbestände auch ganz ohne Fungizid auskommen.
| LKR | Standort | Sorte | EC- Stadium | Mehltau | Septoria nodorum | Septoria tritici | DTR | Gelbrost | Braunrost |
| A | Achsheim | SU Mangetron | 51 | - | - | - | - | - | - |
| A | Untermeitingen | LG Optimist | 55 | - | - | - | - | - | |
| AIC | Ainertshofen | KWS Keitum | 47 | - | - | O | - | - | - |
| DAH | Welshofen | RGT Reform | 51 | - | - | O | - | - | - |
| DLG | Marzelstetten | LG Optimist | 55 | O | - | - | - | - | - |
| DON | Löpsingen | Patras | 45 | - | - | O | - | - | - |
| EI | Buxheim | RGT Konzert | 55 | O | - | - | - | - | |
| EI | Seuversholz | RGT Reform | 43 | - | - | - | - | - | - |
| FFB | Dürabuch | SU Jonte | 55 | - | - | O | - | - | - |
| GZ | Rettenbach | Ambientus | 41 | - | - | O | - | - | - |
| GZ | Schneckenhofen | Patras | 43 | O | - | O | - | - | - |
| LL | Landsberg a. Lech | KWS Emerick | 51 | - | - | O | - | - | O |
| MN | Bronnen | LG Optimist | 55 | - | - | O | - | - | - |
| ND | Feldkirchen | Polarkap | 59 | - | - | O | - | - | O |
| PAF | Scheyern | Polarkap | 51 | - | - | O | - | - | O |
| DON | Wörnitzstein | Albertino | 47 | O | - | O | - | - | O |
| LL | Landsberg am Lech | Zollernspelz | 41 | - | - | O | - | - | - |
( ) Bekämpfungszeitraum nicht erreicht
- Kein Befall
O Befall unter der Bekämpfungsschwelle
++ Bekämpfungsschwelle überschritten
Dritte NAK bei Zuckerrüben
Folgende Mischungen für die dritte NAK wären somit beispielsweise möglich:
- 0,9 – 1,3 Kezuro + 1,0 – 1,3 Belvedere Duo + 0,5 Hasten + 0,026 Rinpode
- 1,5 – 2,0 Goltix Titan + 1,0 – 1,3 Belvedere Duo + 0,5 Hasten + 0,026 Rinpode
- 1,0 – 1,5 Goltix Gold bzw. Metafol SC + 1,0 – 1,3 Belvedere Duo + 0,5 Hasten + 0,026 Rinpode
- 1,5 – 2,0 Goltix Titan + 0,75 – 1,3 Betanal Tandem + 1,0 Mero + 0,026 Rinpode
- 1,0 Goltix Gold bzw. Metafol SC + 0,3 Tanaris + 0,75 – 1,0 Betanal Tandem + 1,0 Mero + 0,026 Rinpode
Bei stärkeren Problemen mit Amarant, Hirsen und Rispengräsern kann als Ergänzung mit der dritten NAK als Bodenversiegelung anstelle von Rinpode oder alternativ auch als zusätzlicher Termin in BBCH 16-18 0,9 l/ha Spectrum zum Einsatz kommen.
Anstelle von Rinpode (keine Mischung!) ist bei stärkerer Verunkrautung mit Disteln, Zweizahn, Nachtschatten oder Hundspetersilie zur Ergänzung der dritten NAK auch der Einsatz von 0,1 l/ha Lontrel 600 möglich.
Meldeportal zur Ausnahmegenehmigung bodennaher Gülleausbringung
wasserverdünnt unter 4,6 % TS bzw. unter 2 % TM bei den übrigen Düngern ist eingerichtet und freigeschaltet. Alle Betriebe größer 15 ha LF müssen sich einmal jährlich melden, wenn Sie nicht bodennah, streifenförmig die flüssigen Wirtschaftsdünger ausbringen möchten, sondern die Ausnahmegenehmigung für reine Rindergülle unter 4,6 % TS bzw. unter 2 % TM bei den übrigen Düngern nutzen wollen.
Betriebe haben seit Montag, 9. März 2026 bis zum 9. April 2026 einen Monat Zeit, um sich für das Jahr 2026 zu melden, auch wenn der flüssige wasserverdünnte Wirtschaftsdünger bereits breitverteilt (in den Bestand bzw. Grünland) ausgebracht wurde. Ab dem Jahr 2027 muss die einmalige jährliche Meldung vor der ersten Ausbringung erfolgen.
Das Formular ist dabei Online schrittweise auszufüllen. Die Meldung an das LfL-Meldeportal ist nur erforderlich, wenn die Ausnahme über die Verdünnung genutzt wird. Bei anderen Ausnahmen aufgrund der Allgemeinverfügung, z.B. Betriebe kleiner 15 ha LF, bzw. genehmigte naturräumliche oder agrarstrukturelle Härtefälle, ist eine Meldung nicht notwendig. Für Jauche besteht keine Melde- und Nachweispflicht bei breitflächiger Ausbringung. Bei der Nutzung der Ausnahmegenehmigung über die Reduzierung des TM-Gehaltes ist die Art des Nachweises des TM-Gehaltes nicht festgelegt. Die Bestimmung des TM-Gehalts kann über eine Gülleuntersuchung per Labor, eigenen Untersuchungsmethoden, über das LfL-Lagerraumprogramm oder das LfL-Gemeinschaftsgrubenprogramm erfolgen. Letztendlich ist das Ergebnis des TM-Gehaltes bei einer Kontrolle entscheidend.
Bodenuntersuchungen nach Standardbodenuntersuchung
Düngung von Wintergetreide
Für neu zugepachtete bzw. gekaufte Flächen ist zu beachten, dass eine aktuelle Bodenuntersuchung vorliegen muss. Diese darf ebenfalls wie schon erwähnt, nicht älter als 6 Jahre sein. Um dies zu gewährleisten, müssen gleich bei Zupacht bzw. Erwerb die Proben gezogen werden. Alternativ ist es auch möglich, die Bodenuntersuchung vom Vorbewirtschafter zu übernehmen.
Für die Beprobung bietet sich der Zeitraum Spätherbst bis zum zeitigen Frühjahr an. Die Probenahme ist grundsätzlich nach der Ernte, aber vor der nachfolgenden Düngung der Folgefrucht durchzuführen. Der Boden soll einen Feuchtezustand aufweisen, der eine Bodenbearbeitung erlauben würde. Er soll nicht schmieren, aber auch nicht zu trocken sein. Für die Mischprobe sind mindestens 15 Einstiche zu tätigen, die gleichmäßig und repräsentativ über die zu beprobende Fläche verteilt sind. Einstiche nicht parallel zur Bearbeitungsrichtung, nicht im Vorgewende und nicht am Feldrand. Die Einstichtiefe beträgt bei Ackerland 15 – 20 cm, bei Grünland sind 10 cm empfohlen.
Nähere Informationen zum Ablauf und Anmeldung zur Probenahme beim ER-Südbayern
WdüngV-Meldungen und -Mitteilungen zur LfL nur noch per Online-Formular!
Empfänger-Meldung nach § 4 WDüngV über Abnahme von Wirtschaftsdünger - Formularserver Bayern
Glyphosat - allgemeine Infos und Zulassungsstand
Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft
Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung
Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.
- 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
- 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
- 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
- usw.
Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
- 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
- 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
- 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
- usw.
Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz
Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen
Aufzuzeichnen ist:
- der Tag der Anwendung
- die behandelte Kultur
- die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
- das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
- die Aufwandmenge je ha und
- der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:
Lesen Sie hierzu auch
Verbundberatung
Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr

