Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg informiert über Versuchsergebnisse zu Dinkel.
Die Anbaufläche von Dinkel zur Ernte 2025 wurde in Bayern auf 45.400 ha deutlich erhöht. Im Vergleich zum Vorjahr (27.700 ha) bedeutet dies eine Flächenausdehnung um ca. 17.700 Hektar. Somit hat sich die Fläche wieder deutlich stabilisiert. In Oberbayern wurde die Fläche um etwa 2.350 Hektar auf ca. 5.230 Hektar nahezu verdoppelt. In Schwaben wurde eine Zunahme der Anbaufläche von ca. 2.650 Hektar auf nunmehr 8.150 Hektar ermittelt.
Schwerpunkt des Dinkelanbaues in Schwaben und Oberbayern West liegt in Nord- und Mittelschwaben (Augsburg, Aichach-Friedberg, Dillingen, Donau-Ries, Günzburg und Neu-Ulm). Bezogen auf die Anbaufläche der Regierungsbezirke Schwaben (8.150 Hektar) und Oberbayern (5.230 Hektar) entfallen 59 % auf die genannten Landkreise (7.850 Hektar). Ein Grund für die regionale Konzentration der Anbaufläche sind einerseits ansässige Verarbeiter sowie auf der anderen Seite Landhandelsunternehmen und Vermarktungsorganisationen, die Dinkel in großen Mengen aufnehmen und absetzen.
Dinkelanbau ohne gesicherten Absatz stellte bereits in der Vergangenheit ein hohes Risiko dar. In Jahren mit Überproduktion und/oder großer Anbaufläche ist oftmals freier Dinkel nur sehr schwer, bzw. überhaupt nicht abzusetzen. Daher ist es nach wie vor empfehlenswert, einen Teil der Ernte mit Vorverträgen abzusichern und mit dem Abnehmer intensiv über die weitere Vermarktung zu sprechen.
Albertino (Alter Seeds)
Die Sorte erreichte mehrjährig überregional durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Erträge. Albertino ist im Ährenschieben, wie auch in der Abreife als mittel einzustufen. Die mittlere Pflanzenlänge und die unterdurchschnittlich eingestufte Standfestigkeit, sollte beim Wachstumsreglereinsatz berücksichtigt werden. Die Toleranz gegenüber Blattseptoria und Gelbrost ist überdurchschnittlich ausgeprägt. Auf Mehltau und Braunrost ist zwingend zu achten. Herauszuheben sind die besonders guten Backeigenschaften mit einem hohen Backvolumen.
Franckentop (IG Pflanzenzucht) – NEU
Franckentop erreicht mehrjährig in Stufe 2 leicht unterdurchschnittliche bis mittlere Erträge. Die Reife von Franckentop ist mittel zu beurteilen. Trotz des längeren Wuchses ist die Standfestigkeit leicht überdurchschnittlich. Dennoch sollte die Pflanzenlänge im Wachstumsreglereinsatz Beachtung finden. Die Blattgesundheit ist auf Mehltau und Braunrost ist zu kontrollieren. Die Backeigenschaften sind gut zu bewerten.
Zollernfit (Saaten Union)
Zollernfit erzielte mehrjährig überregional unterdurchschnittliche Ertragsergebnisse. Die Sorte ist in der Reife mittel eingestuft, obwohl bei der Sorte frühes Ährenschieben bonitiert wurde. Im Kriterium Standfestigkeit ist Zollernfit gut eingestuft. Darüber hinaus ist die Pflanzenlänge kurz. Entsprechend kann der Wachstumsreglereinsatz im Ver-gleich zu anderen Sorten reduziert werden. Die Blattgesundheit der Sorte bewegt sich nicht auf höchstem Niveau. Auf Blattseptoria sollte geachtet werden. Die Einstufung gegenüber Gelbrost ist gut bis sehr gut. Insgesamt sind die Backeigenschaften bei Zollernfit gut bewertet.