Aktuelle Hinweise zum Kartoffelanbau (Stand: 29. Januar 2026)

Ein Schwerpunkt des Kartoffelanbaus in Bayern liegt im Dienstgebiet unseres Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg. Das Sachgebiet L2.3P - Landnutzung gibt Hinweise für die richtige Lagerung und Düngung.
Programm
- 09.30 - 10.00 Uhr: Aktuelles zu Versuchsergebnissen und Sortenberatung; Jonas Weng, AELF Augsburg
- 10.00 - 10.30 Uhr: Vorstellung des Schilfglasflügelzikadenmonitorings; Albert Höcherl, AELF Augsburg
- 10.30 - 11.30 Uhr: Zikaden-relevante Arbeiten und Ergebnisse der LfL; Nico Kapfelsperger, Judith Harreiter, LfL
- 11.30 - 12.00 Uhr: Einfluss der Zwischenfrucht auf SBR und Stolbur an Kartoffeln; Michaela Schlathölter, Zwischenfrucht-Züchter PHP
- 12.00 - 12.30 Uhr: Ergebnisse und Erfahrungen aus den Biostimulanzien-Versuchen; Adolf Kellermann, LfL
- 12.30 - 13.45 Uhr: Mittagspause und Sortenschau
- 13.45 - 14.30 Uhr: Unkrautbekämpfung ohne Metribuzin; Albert Höcherl, AELF Augsburg
- 14.30 - 15.00 Uhr: Was ist los mit dem Kartoffelmarkt?; Josef Färber, KCB
- 15.00 - 15.15 Uhr: Vorstellung der Kartoffelverträge 2026; Josef Färber, Fa. KCB; Reinhard Maier, Fa. 11er
Pflanzgut
Auch in Norddeutschland liegt die Aberkennungsquote auf einem hohen Niveau, allerdings sollte die Pflanzgutverfügbarkeit dieses Jahr aufgrund der aktuellen Marktlage vor allem bei Industriesorten sehr gut sein. Auch bei Speisesorten wird die Sortierung im Vergleich zu den Vorjahren nach unten angepasst.
Lediglich bei Stärkesorten ist das Pflanzgut dieses Jahr sehr knapp bzw. schon ausverkauft.
Sobald sie das Pflanzgut in den Händen haben, bzw. bei Eigennachbau die Stückzahl pro 100 kg ermitteln.
Sind verschiedene Pflanzgutfraktion vorhanden, sollten diese getrennt gepflanzt werden, um einen gleichmäßigeren Auflauf zu erzielen.
Bei Eigennachbau ist zudem zu beachten, dass die zu pflanzenden Kartoffeln nicht mit Keimhemmungsmitteln behandelt wurden, sowohl im Feld wie auch im Lager. Dieses kann zu massiven Auflaufproblemen führen.
In Problemgebieten mit Stolbur/Arsenophonus sollte unbedingt auf Eigennachbau verzichtet werden! Befallene Knollen können mit Fadenkeimung reagieren können und ein schlechter Auflauf kann zu massiven Fehlstellen führen.
Ist in Gebieten, in der die Zikade noch keine großen Probleme macht ein Eigennachbau geplant, sollte unbedingt ein Keimtest durchgeführt werden, um Fadenkeimigkeit und schlechten Auflauf auszuschließen.
Diese Saison wurden alle bayerischen anerkannten Pflanzgutpartien einem privaten Keimtest unterzogen. Er liefert sehr wertvolle Ergebnisse und stellt sicher, dass nur Partien ausgeliefert werden, bei denen Probleme mit der Keimfähigkeit ausgeschlossen sind.
Nicht alle Sorten sind zum „Schneiden“ geeignet, hier gilt die Erfahrung der letzten Jahre zu beachten bzw. bei den Züchtern nachfragen. Nur gesunde angewärmte Knollen - ohne faule, oder blaufleckige Knollen – schneiden, um keine Krankheiten zu übertragen. Nach dem Schneiden ist auf eine saubere Abtrocknung der Schnittstelle zu achten. Zusätzlich kann hierfür kohlensaurer Kalk verwendet werden. Pflanzdichte, je nach Ausgansgröße um ca. 10 - 20 % erhöhen. Schneller Auflauf ist bei geschnittenem Pflanzgut wichtig. Diese Partien in warmen, trockenen Boden legen. Wenn Pflanzgut geschnitten ist, sind keinerlei Reklamationen mehr möglich.
Berechnung Pflanzgutbedarf (Beispiel):
- Legeabstand: 40.000 Knollen/ha ergibt einen Legeabstand von 0,33 cm (bei 75 cm Reihenweite)
- Knollengewicht g/Knolle: Knollenzahl/dt, z.B. bei Normalsortierung ca. 70 g
- Bedarf pro Hektar: z.B. 70 g x 40.000 = 28 dt/ha
- davon bei Fahrgassen ca. 5% abziehen
Vorläufige Nmin-Werte 2026 Kartoffel
- Oberbayern: 43 kg N/ha
- Schwaben: 42 kg N/ha
Eigenen Nachbau auf Virusbefall untersuchen lassen
Deshalb sollte auch der Nachbau auf Virus untersucht werden. Ab 15 bis 20% Virusbefall, abhängig von der Art des Virus, sollte auf einen Nachbau verzichtet werden, wegen Ertrags- und Qualitätsverschlechterung. Zur Untersuchung Knollen in Pflanzgutgröße einsenden.
LfL mit Augenstecklingstest:
Kosten: ca. 90 € pro Probe bei Untersuchung auf zwei Viren; ca. 61€ pro Probe bei Untersuchung auf nur einen Virus
(Untersuchung auf die relevanten Viren je nach Sortenanfälligkeit)
130 Knollen (Anlieferung in Freising)
BGD mit PCR:
Kosten: 163 € pro Probe (Untersuchung auf R,Y,M)
210 Knollen (Anlieferung Rain / Lech, BGD)
Der Augenstecklingstest dauert länger, liefert aber den genaueren Wert, insbesondere bei höherem Virusbesatz, denn der PCR Test kann keine Unterscheidung zwischen 14 % und 100 % Befall liefern. Bis zu 14 % Virusbefall liefert der PCR Test ebenfalls sehr gute unterscheidbare Werte. Hintergrund ist, dass hier nach befallenen Pools verrechnet wird: 11 Pools von 12 befallen sind 14% Virus, 12 Pools von 12 befallen sind 100 % Virus.
Der PCR-Test geht schneller und es kann, wenn gewollt auch gleich Ring- und Schleimfäule mit untersucht werden.
Bei allen Untersuchungen wird auf alle relevanten Viren getestet.
Schilfglasflügelzikade / Stolbur / SBR
Die nach wie vor wirksamste Maßnahme zur Eindämmung der Population ist eine möglichst lange Schwarzbrache (5-6 Monate) nach Wirtspflanzen wie Kartoffeln und Zuckerrüben, wodurch eine Reduktion von bis zu 90 % möglich ist.
Auch kann eine tiefe Bodenbearbeitung möglichst schnell nach der Ernte die Nymphen minimieren, da diese relativ schnell in tiefere Bodenschichten wandern. Der Effekt ist hier nach Zuckerrüben noch größer, da bei der Kartoffelernte durch das Roden schon ein intensiver Eingriff in den Boden stattfindet.
Bei beiden Maßnahmen ist der Erfolg am größten, wenn diese möglichst flächendeckend von allen Betrieben durchgeführt wird.
Monitoring und Hinweise zur Schilfglasflügelzikade des AELF Augsburg mit weiteren Verlinkungen
Vorläufige Anbauflächen Kartoffeln
Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau

