Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 16. Mai 2019)

Termine Versuchsführungen

Folgende Termine für die Führungen in den Sortenversuchen sind geplant.

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Getreide - Krankheitsdruck

  • Wintergerste
    • Bei der Wintergerste ist es, soweit noch nicht geschehen nun spätestens an der Zeit die Abschlussbehandlung gegen Ramularia durchzuführen. Hierbei eine Mittelkombination aus einem leistungsfähigen Azol sowie dem Wirkstoff Chlorthalonil einsetzen und die empfohlenen Aufwandmengen nicht reduzieren
  • Winterweizen und Dinkel
    • In Winterweizen ist die Situation wie schon die Wochen zuvor weiterhin sehr entspannt. In vielen Regionen spitzt im Weizen das Fahnenblatt. Auf wärmeren Lagen und bei frühen Aussaatterminen kann es auch schon möglich sein, dass das Fahnenblatt voll entwickelt ist. Auffällig ist in diesem Jahr, dass der Ausgangsbefall bei Septoria tritici auf den unteren Blättern sehr gering ist. Aus diesem Grund hatten die Niederschläge der letzten Woche nicht das gewohnte Infektionspotential. Lediglich an einzelnen Standorten in Bayern kam es zu Schwellenüberschreitungen. Hierbei ist vor allem in Sorten, die gegenüber Septoria tritici besonders anfällig sind (z.B. Akteur, JB Asano, Kometus, usw.) eine Kontrolle der Bestände durchzuführen. In blattgesunden Sorten besteht nach aktuellem Kenntnisstand kein Handlungsbedarf. Braunrost hat sich mit den kalten Temperaturen der letzten Tage nicht weiter entwickeln können und ist allenfalls unterschwellig vertreten. Bislang sind auch keine Meldungen eingegangen, in denen von Gelbrostbefall berichtet wurde. Auch hier sollte zu aller erst das Augenmerk auf anfällige Sorten (Akteur, JB Asano, Kometus, Kerubino und Meister) gelegt werden. In Beständen ohne Fusariumrisiko ist demnach eine Einmalbehandlung mit einem leistungsfähigen Carboxamid anzustreben. In diesen Fällen sollte eine Behandlung im Zeitraum von voll entwickeltes Fahnenblatt (BBCH 39) bis beginnendes Ährenschieben (BBCH 51) durchgeführt werden. Bei einer möglichen Fusariumbehandlung ist im Stadium 37/39 mit einer auf 70 % reduzierten Aufwandmenge vorab zu behandeln. Der Dinkel ist am Monitoringstandort in Riedlingen nach wie vor sehr gesund. Einzig unterschwelliger Mehltaubefall wurde bonitiert. Insgesamt stellt sich die Situation so dar, dass eine Einmalbehandlung auf den voll entwickelten Blattapparat ausreichend sein wird.
  • Triticale
    • Triticale befindet sich meist im 3-Knotenstadium bis Spitzen des Fahnenblatts (BBCH 33 bis 37), frühe Lagen bzw. Sorten haben das letzte Blatt geschoben (BBCH 39). Bei Rhynchosporium-Blattflecken anfälligen Sorten (z.B. Agostino, Lanetto) oder mehltauanfälligen Sorten (z.B. Cedrico) auf diese kontrollieren. Allg. sollte jetzt auch verstärkt auf Gelbrost kontrolliert werden. Fungizidauswahl den Infektionen anpassen. Ab BBCH 39 sind Einmalbehandlungen möglich, falls keine Fusariumbehandlung geplant ist. Bei bestehendem Risiko mit Fusarium (Anbau nach Körnermais) können nun mit reduzierter Aufwandmenge Azol/ Carboxamid Kombinationen eingesetzt werden. Eine Einmalbehandlung ist mit 80 bis 90 % der jeweiligen Regelaufwandmenge durchzuführen
  • Roggen
    • Auch Winterroggen hat meist das letzte Blatt geschoben (BBCH 39), auf frühen Lagen beginnt das Grannenspitzen/Ährenschieben (BBCH 49/51). Falls sich auf den unteren Blättern auf jeder zweiten Pflanze Rhynchosporium-Blattflecken zeigen, sollte innerhalb einer Woche nach den gefallenen Niederschläge behandelt werden. Ab dem jetzigen Zeitpunkt sind leistungsfähige Einmalbehandlungen anzuraten, die eine gute Dauerwirkung gegen Braunrost haben.
  • Sommergerste
    • Die Sommergerste befindet sich momentan zu Beginn der Schossphase. In den Bonituren zeigt sich, dass Mehl-tau ein Thema ist. Vor allem bei anfälligen Sorten (z.B. Avalon, Grace,…) sollten die Bestände genau kontrolliert werden. Ob eine vorzeitige Spritzentscheidung ansteht wird sich höchstwahrscheinlich in der kommenden Woche zeigen

Ertrags- und Qualitäts- N-Gabe bei Winterweizen

In vielen Regionen spitzt in Winterweizen nun das Fahnenblatt (BBCH 37), bzw. ist bereits voll entfaltet (BBCH 39). Dies ist nun ein guter Zeitpunkt für die dritte Stickstoffgabe. Der Regen der letzten Tage hat vielerorts die Wasserversorgung der Bestände verbessert. Die Regenverteilung fiel aber wieder einmal sehr unterschiedlich aus. In der Regel hat es aber ausgereicht, dass sich die Bestände nun zügig weiterentwickeln. Bei der Winterweizendüngung ist nun das Produktionsziel entscheidend, ob der restliche, nach Düngeplanung noch zur Verfügung stehende Stickstoff in einer oder in zwei Gaben gegeben werden soll.
Im Zuge der neuen Düngeverordnung stellt sich bereits bei Qualitätsweizen heraus, dass die noch zu gebende Stickstoffmenge für eine sinnvolle Aufteilung in eine dritte und vierte Gabe in vielen Fällen nicht mehr ausreicht. Wenn nach der ersten und zweiten N-Gabe laut Düngeplanung eine Reststickstoffmenge von bis zu 70 kg verbleibt, ist es sinnvoll, diese komplett in der dritten Gabe zu geben und eine vierte Gabe auszulassen. Je weniger Stickstoff zur Verfügung steht (und das ist mit der neuen Düngeverordnung zweifelslos der Fall) sind Ziele neu zu definieren. Oberstes Ziel sollte sein, dass der gesamte, zur Verfügung stehende Stickstoff sicher pflanzenverfügbar wird. Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigten, dass vor allem in Trockenjahren eine vierte Gabe mit Risiken in der Stickstoffausnutzung verbunden ist.
Bei den Produktionsrichtungen B-Weizen oder Futterweizen. Ist die restliche N-Menge grundsätzlich als 3. Gabe in BBCH 37/ 39 komplett zu geben. Hier ist die Düngung zum Ertragsaufbau gedacht.
Bei Eliteweizen ist aufgrund des höheren N-Sollwerts mehr Stickstoff noch zur Verfügung. Hier ist eine Aufteilung des noch zu gebenden Stickstoffs in eine dritte und vierte Gabe durchaus sinnvoll. Die dritte Gabe ist demnach in BBCH 37/39 zu geben. Als Ziel für die vierte Stickstoffgabe ist dann das Stadium BBCH 55 (Mitte Ährenschieben) anzusetzen. Spätere Gaben bürgen bei ausbleibenden Niederschlägen die Gefahr eines schlechten Ausnutzungsgrad des Stickstoffs. Unter Umständen steht dann nicht mehr genügend Zeit für die Aufnahme in die Pflanze und Einlagerung in die Körner zur Verfügung.

Spätbehandlungen gegen Unkräuter in Wintergetreide

Es ist durchaus möglich dass in Getreidebeständen eine Nachbehandlung gegen Unkräuter nötig ist. Dies ist vor allem bei im Herbst behandelten Beständen der Fall. Hier wächst aufgrund von Wirkungslücken einzelner Mittel-kombinationen primär das Klettenlabkraut durch. Diese Bestände sind zu kontrollieren um ggf. zu handeln. Auch eine Behandlung gegen Ackerkratzdistel kann nun durchaus auch ein Thema sein. Für viele Mittel ist der letzte Einsatztermin BBCH 39. Starane XL und Tomigan 200 können bis in BBCH 45 (Blattscheide des Fahnenblatts geschwollen) eingestzt werden.

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Verzwergungsviren bei Wintergerste

Manche Bestände sind im vergangenen Herbst auch durch das Weizenverzwergungsvirus infiziert worden. Befallene Pflanzen sind jetzt gelb, bleiben sitzen und schieben keine oder nur wenige Ähren. Gründe der Infektion und Ausbreitung unter LfL

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Mais

Die aktuell kühle Witterung führt dazu, dass auflaufender Mais sich langsam entwickelt. Auch sind in den Beständen leichte Symptome von Kältestress (Blätter sind hellgrün bis gelb) zu beobachten. Insgesamt haben die Bestände die kühlen Nachttemperaturen gut überstanden. Mit den ansteigenden Temperaturen zum Ende der Woche besteht die Möglichkeit den Herbizideinsatz zu planen. Auf die Entwicklung und den Zustand der Bestände ist dabei zu achten!

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Herbizidbehandlung in Zuckerrüben

Nachdem nun die kalten Temperaturen der „Eisheiligen“ weichen und es wieder wärmer wird, sollte soweit noch nicht erfolgt die dritte NAK durchgeführt werden. In der Regel sollte diese ca. 10 bis 14 Tage nach der zweiten NAK durchgeführt werden. Wenn Sie den Bestand kontrollieren, ist das entwickelte zweite Laubblattpaar ein weiterer guter Indikator für eine Spritzentscheidung.
Mit den gefallenen Niederschlägen laufen auch zunehmend Ungräser auf. Der Ackerfuchsschwanz dürfte nun langsam komplett aufgelaufen sein. Auch Hirsen haben bereits schon gekeimt. Es ist durchaus möglich, dass mit den steigenden Temperaturen je nach Besatz auf der Fläche weitere Hirse nun aufläuft. Zum Zeitpunkt der Behandlung ist sicher zu stellen, dass alle Ungräser aufgelaufen sind. Die zugelassenen Gräsermittel sind ausschließlich blattaktiv. Der optimale Zeitpunkt wäre im 2 bis 4 Blattstadium der Ungräser. Sind Quecken im Schlag, so ist der optimale Zeitpunkt bei 10 bis 15 cm Wuchshöhe erreicht.

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Tierische Schädlinge in Zuckerrüben und aktuelle Zulassungssituation

Aufgrund des Wegfalls der neonicotinoidhaltigen Saatgutpillierungen ist heuer ein besonderes Augenmerk auf das Auftreten von Blattläusen zu legen. Das Fachzentrum Pflanzenbau Augsburg führt aus diesem Grund in Zusammenarbeit mit der Südzucker AG ein Monitoring auf Blattlausbefall durch. Bisher wurde in mäßigem Umfang sowohl die grüne Pfirsichlaus (Virusüberträger für Vergilbungsvirosen) als auch die schwarze Bohnenlaus gefunden. Einzig für die Region Donau-Lech wurde bereits ein Kontrollaufruf herausgegeben. Kontrollieren Sie ihre Rübenschläge anhand einer Gelbschale und Pflanzenkontrollen (4 mal 10 Pflanzen pro Schlag) mindestens wöchentlich auf Lausbefall. Ab 10 % Befallshäufigkeit ist die Schadschwelle überschritten und es sollte eine Insektizidbehandlung nach Warndienstaufruf erfolgen. Folgende Notfallzulassungen nach Art. 53 gegen Läuse als Vektorenüberträger wurden bis 29. Juli erteilt: Teppeki und Mospilan SG, Pirimor Granulat hat eine reguläre Zulassung. Setzen Sie für die Erstbehandlung 0,25 kg/ha Mospilan SG ein, für eine evtl. Nachbehandlung stehen dann 0,14 kg/ha Teppeki zur Verfügung. Alternativ kann zur frühen Bekämpfung der schwarzen Bohnenlaus auch 300 g/ha Pirimor Granulat eingesetzt werden, wobei durch die Wirkung über die Dampfphase auch versteckt sitzende Individuen erfasst werden. Pyrethroide (z.B. Bulldock, Karate Zeon) wirken nicht auf virusübertragende und versteckt sitzende Läuse!

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Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.
  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:

Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

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Verbundberatung

Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr